Donnerstag, 8. September 2011

Erfahrungen im grundlegendsten Bewußtseinsfeld (Ritam bhara pragja) - 2


Blogger writing.angel hat gesagt...
 
Nach dem Ende der Meditationssitzung gingen mir die Bilder von eben natürlich nicht aus dem Kopf, und doch war da dieses unerschütterliche Gefühl der Gewissheit: Es ist absolut wahr und unumstößlich, denn.... Ich erinnerte mich - natürlich - an zwei Erfahrungen aus „derselben Kategorie". Die eine stammte aus dem Jahr 1977. Gleiche Situation, nur waren wir damals nur zu zweit im Meditationsraum (mit Jan Else). Damals war es eine wunderbare Sicht von oben auf Deutschland, etwa wie aus einem Stratosphärenflugzeug. Abertausende von Menschen gingen, strömten durch die scheinbar unüberwindlichen Grenzanlagen und die Mauer in Berlin und zwischen Ost- und Westdeutschland.


Sie kümmerten sich einfach nicht darum, dass dort eine Grenze war und Soldaten mit Gewehren ihr Leben doch eigentlich bedrohen könnten. Zuerst war ich enttäuscht, daß die Mauer immer noch da stand, und ich sagte zu mir: wenn es nur eine Wunschprojektion ist, sollte die Mauer doch verschwunden sein, "die will ich weg haben". Aber die Mauer und die Stacheldrahtzäune blieben stehen! Nur interessierte sich keine Seele mehr dafür, die Menschen gingen einfach hindurch. Die Grenze war aus ihrem Bewußtsein verschwunden, spielte keine Rolle mehr. Diese Erfahrung war von einem unerschütterlichen Wahrheitscharakter durchzogen.
Von da an wußte ich, dass ich die Auflösung der Grenze zwischen Ost und West erleben würde; leider wußte ich nicht, wann es sein würde, ich hatte etwa 1984, als ich in der DDR Meditations-Kurse gab, das Gefühl, es würde allerspätestens 1995 so weit sein und erzählte das auch meinen Kursteilnehmern. Aber ohne Übertreibung, für mich war es seit dem Frühsommer 1989 keine Überraschung, als erste Anzeichen des Wandels hinter der Mauer sichtbar wurden (Montagsdemos in Leipzig, Flucht über die grüne Grenze nach Ungarn und in die Tschecheslowakei) und es aus meiner Kenntnis von 1977 heraus nur eine Frage von Wochen oder wenigen Monaten sein würde, bis die Mauer fallen und Deutschland wieder vereint sein würde. Voller Ungeduld und Vorfreude zählte ich förmlich die Tage. Ich rechnete mit einem Termin kurz vor Weihnachten (der auch tatsächlich vom Politbüro vorgesehen war). Am 9. November abends um sieben Uhr, als ich "zufällig" die Direktübertragung der berühmten Pressekonferenz mit Günter Schabowski hörte, wusste ich: Jetzt ist es passiert! Und ich war einer der glücklichsten Menschen, weil sich meine "Vision" als wahr und nun verwirklicht herausgestellt hatte. Endlich war der Samen aufgegangen und für Alle sichtbar auf der grobstofflichen Ebene manifest geworden.


Tatsächlich blieben die Grenzanlagen ja auch noch eine ganze Zeit bestehen, aber die Menschen ignorierten sie einfach und 10 Monate später war die beiden Teile Deutschlands wieder in einem Staat vereinigt. Genau wie ich es damals 12 Jahre zuvor wahrnehmen konnte.
07. Dezember 2001 20:00